Beispiele Gemenge mit Leguminosen

Ackerbohnen im Gemenge lohnen sich

Der Naturlandbetrieb der Familie Ostermeier bewirtschaftet einen Milchviehbetrieb mit 90 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche im Landkreis Eichstätt. Als Ostermeier 2010 auf ökologischen Landbau umstellte, wurde ihm bald klar, dass er, um eigenes Futter für seine Kühe zu produzieren, Ackerbohnen anbauen will. Im Rahmen von DemoNetErBo experimentiert er mit dem Gemengeanbau und hat gute Erfahrungen gemacht.

Zum Betriebsporträt Ostermeier

Ringelreihen mit der Ackerbohne

Gebhard Lochbrunner setzt auf Ackerbohnen im Gemenge - auf dem Feld und im Miclviehstall. "Im Gemenge habe ich weniger Probleme mit Spätverunkrautung in der nachfolgenden Wintergerste", weiß der Milchviehalter aus dem Landkreis Günzburg. Derzeit probiert er verschiedene Mischungspartner im Rahmen des Demonstrationsnetzwerks Erbse / Bohne aus. Die Sommerackerbohne Fuego kombiniert er mit Untersaat Weißklee, Erbsen und Sommerweizen in zwei verschiedenen Saatstärken.

Ausführlicher Bericht im bioland-Fachmagazin

Im Gemenge durch die Dürre

Auf dem Biolandhof Engemann trotzte im Dürre-Jahr 2018 ein Gemenge aus Hafer und Ackerbohne der extremen Trockenheit. Eine mögliche Erklärung für die postive Erfahrung des Betriebes mit dem Gemenge im trockenen Anbaujahr 2018, können Sie im Bericht des bioland-Fachmagazins lesen.

Zum Artikel im bioland-Fachmagazin

Zweikulturnutzungssystem zur Futtergewinnung

Laut den Klimaexperten werden die Niederschläge im Winter zunehmen und das Frühjahr und der Sommer, abgesehen von lokalen Extremniederschlägen, trockener. Als Anpassungsmaßnahme und zur Absicherung gegen Witterungsextreme sowie zur Steigerung des Flächenertrags bei der Futtergewinnung könnte ein Winterleguminosen-Getreide-Gemenge, beispielsweise Wintererbsen oder Winterwicken mit Roggen zur GPS-Nutzung ab Anfang September ausgesät werden, welches Mitte Mai im darauffolgenden Jahr als ganze Pflanze geerntet wird und danach noch Mais oder andere Sommerkulturen zur GPS-Nutzung angebaut werden können. Weitere Informationen finden Sie hier: Artikel Landwirtschaftliches Wochenblatt

Ackerbohnen-Hafer-Gemenge stabilisieren Erträge

Im Rahmen des „Demonstrationsnetzwerks Erbse/ Bohne“ wurden bereits gute Erfahrungen mit dem Gemenge von Ackerbohne und Hafer gesammelt. Das Getreide dient im Gemenge als Stützfrucht oder als Begleitfrucht und senkt unter anderem den Unkrautdruck im Bestand des „Stickstoff – Selbstversorgers“. Die Ackerbohnen wurden in der Regel in Reinsaatstärke von 40 Kö/m² ausgesät. Der Hafer wurde in Saatstärken zwischen 20 Prozent (60 Kö./m²) und 50 Prozent (150 Kö./m²) ins Gemenge eingebracht. Da die optimale Saattiefe der Ackerbohnen bei sechs bis acht Zentimetern liegt, die des Getreides bei zwei bis drei Zentimetern, wäre eine getrennte Aussaat zu empfehlen. In der Praxis wurde dennoch oft eine mittlere Ablagetiefe von drei bis vier Zentimetern bei gleichzeitiger Saat mit der Getreidedrillmaschine gewählt.

Im Jahr 2016 trat in Ackerbohnenbeständen vielerorts ein stärkerer Befall von Nanovirus und Mosaikvirus auf. Der Befall war in der für einen Virusbefall typischen Form von runden Befallsnestern unterschiedlicher Größe zu beobachten. Der Effekt der Ertragsstabilisierung bei Krankheitsbefall eines Gemengepartners wurde hier besonders in den Befallsnestern deutlich. Während die Ackerbohnen im Zentrum des Befallherdes zum Teil abstarben und keinen oder nur geringen Ertrag bilden konnten, bildete der Gemengepartner Hafer entsprechend mehr Triebe und größere Pflanzen aus und lieferte einen höheren Ertrag. Im Gemenge wurden Erträge bis zu 60 dt/ha erreicht.

Bei der Verfütterung im eigenen Betrieb ist der Einsatz des Leguminosen -Getreide Gemenges für Milchkühe oder Schweine unproblematisch. Der Futtermittelhandel dagegen ist noch zu wenig auf die Aufnahme oder Verarbeitung von Leguminosen-Gemenge eingestellt. Für die sachgerechte Verwendung im Futtermittelwerk ist eine Trennung der Gemengepartner notwendig, was die Investition in eine entsprechende Reinigung voraussetzt.

Das Jahr 2016 hatte eindrucksvoll gezeigt, dass der Gemengeanbau unter den Bedingungen stärker werdender Witterungsschwankungen und Pflanzenkrankheiten eine pflanzenbauliche Lösung sein kann.
Das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen betreut das niedersächsische Teilprojekt im Bundesprojekt Demonstrationsnetzwerk Erbse/Bohne (DemoNetErbo).

Text: Ulrich Ebert, DemoNetErBo und KÖN
Kontakt: Tel. 04262-959313; u.ebert@oeko-komp.de

Ackerbohnen im Gemengeanbau mit Leindotter

Der Bioland Betrieb Riesenberg in Schmalförden, Niedersachsen, hat im Rahmen der Netzwerkaktivitäten auf Demoanlagen unter anderem den Anbau von Ackerbohnen im Gemenge mit Leindotter ausprobiert. Der Leindotter ist sicher ein Exot unter den Leguminosen – Gemengepartnern, in der Regel wird Hafer oder Sommerweizen mit Ackerbohne ins Gemenge gebracht. Leindotter hat jedoch interessante pflanzenbauliche Eigenschaften, die seine spezielle Eignung zum Gemenge bedingen. Die ökologischen Vorteile sind die frühe Keimung und die rasche Bodendeckung, wodurch er andere Beikräuter unterdrückt. Außerdem werden freie Nitratmengen im Boden gebunden wodurch Unkraut zusätzlich gebremst und die Ackerbohne stärker zur N-Fixierung angeregt wird.
Der gelbblühende, einjährige Leindotter ist ein Kreuzblütler, der relativ anspruchslos ist und Standortvorteile auf trockenen Böden hat. Im Mischanbau passt er sich gut an die Hauptfrucht an und wird daher auch gerne als „Kavalierspflanze“ bezeichnet. Dieses Prinzip funktioniert auch, wenn der Leindotter im Ackerbohnengemenge auf Hackabstand in der Bohnenreihe gedrillt wird, bzw. nach Hackmaschineneinsatz nur dort stehen bleibt.
Wenn der Leindotter nach der Ernte aus dem Gemenge herausgereinigt werden kann, ist ein Zweitertrag realisierbar. Dies setzt allerdings voraus, dass ein professioneller Aufbereiter die Ware in einer speziellen Reinigungsanlage trennt und den Qualitätsansprüchen einer Ölmühle anpasst. Diese Spezialtechnik verursacht Kosten, die nur bei größeren Mengen und sicherer Vermarkungsoption gerechtfertigt sind.
Bisher baut Bernd Riesenberg das Gemenge von Ackerbohnen und Leindotter „nur“ in Demonstrationsstreifen an und verfüttert es zusammen mit Ackerbohnen als Kraftfutter an seine Milchkühe. Über das DemoNetErBo wurden Kontakte zu Andreas Meyer von der Bioland- Ölmühle „Wesermühle“ aus Thedinghausen bei Bremen geknüpft. Meyer besuchte einen Feldtag auf dem Biolandhof und zeigte großes Interesse am ökologisch angebauten Leindotter.

Text: Ulrich Ebert; E-Mail: u.ebert@oeko-komp.de

Gemengeanbau Energiepflanzen mit Leguminosen

Der gemeinsame Anbau von Energie- oder Futterpflanzen mit Leguminosen als Mischungspartner kann vorteilhaft sein kann: Neben potenziell stabileren Erträgen versprechen diese Kombinationen auch eine Einsparung von Stickstoffdüngern, ein geringeres Nitratauswaschungs-Risiko, mehr Erosionsschutz und mehr Biodiversität. Forschende der Universität Rostock haben den Mischanbau von Mais bzw. Sorghum mit verschiedenen Leguminosen (Soja-, Acker- und Feuerbohnen, Blaue und Andenlupine) im Vergleich zum Reinanbau sowohl im Gewächshaus als auch unter Feldbedingungen erprobt. Zum ausführlichen Bericht  Bohnen für die Biogasanlage    Mais-Bohnen für die Milchviefütterung

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