Sorten Sommerkörnererbsen

Sortenübersicht

Die Wuchslänge (Unkrautunterdrückung) und die Standfestigkeit sollten bei der Auswahl der geeigneten Erbsensorte oberste Priorität haben. Natürlich sind zusätzliche Faktoren wie Ertragspotenzial, TKM (Aussaatkosten) und Rohproteingehalt nicht zu vernachlässigen. Um die optimale Sorte für den jeweiligen Betrieb zu finden, ist dank der züchterischen Arbeit der vergangenen Jahre ein breites Sortenangebot vorhanden.

Die in den letzten Jahren intensive züchterische Weiterentwicklung von Erbsen und Ackerbohnen zeigt Erfolge. Die Sorten haben sich im Ertrag, im Rohproteingehalt und im Rohproteinertrag pro Hektar deutlich verbessert, so dass die Boniturnote 9 für Ertrag in der Beschreibenden Sortenliste nun schon von mehreren Sorten erreicht wird.

Alvesta ist nun schon eine „ältere“ Sorte, die aber auch in 2020 wieder ihre gute, stabile Ertragsleistung bestätigen konnte. Die Proteingehalte sind etwas schwächer, daher erreicht Alvesta auch keine Spitzen-Proteinerträge pro Hektar. Nahezu auf allen Standorten zeigte die Sorte Astronaute wieder die höchsten Erträge. In Kombination mit hohen Rohproteingehalten können mit dieser Sorte sehr hohe Rohproteinerträge erreicht werden. Respect blieb auch im Jahr 2020 auf einem unterdurchschnittlichen Ertragsniveau. Ihre Vorzüge liegen jedoch in der Langwüchsigkeit mit gleichzeitig sehr guter Standfestigkeit.

LG Amigo zeigte stark schwankende Erträge. Sie ist sehr kurzwüchsig. LG Ajax konnte über einen kurzen Wuchs mit geringer Lagerneigung und ein geringem TKM auf sich aufmerksam machen. LG Amigo und LG Ajax zeigten nur auf dem Standort Kerpen-Buir einen überdurchschnittlichen Ertrag. Ob hierbei eine besondere Standorteignung vorliegt, muss noch herausgearbeitet werden. Safran zeigte wieder unterdurchschnittliche Erträge. Diese Sorte weist eine hohe Pflanzenlänge mit einer geringen Standfestigkeit auf. Eventuell könnte sich diese Sorte gut für den Gemengeanbau eignen, da dabei hochwüchsige Typen konkurrenzstärker gegenüber dem Gemengepartner sind.

Salamanca ist eine weitere langjährig geprüfte Erbsensorte und erreicht unterdurchschnittliche bis durchschnittliche Erträge. Zusammen mit dem hohen Rohproteingehalt wird trotzdem noch ein relativ hoher Rohproteinertrag je Hektar erreicht.  Auch Salamanca weist eine hohe Pflanzenlänge in Kombination mit einer guten Standfestigkeit auf.

Neu im Sortiment ist Orchestra. Orchestra zeigte im einjährigen Anbau auf allen Standorten überdurchschnittliche Erträge und mit einem überdurchschnittlichen Rohproteingehalt. Ebenfalls neu ist Symfony. Sie zeigte auch auf allen Standorten durchschnittliche bis überdurchschnittliche Erträge. Die TKM ist eher gering.

Weitere Sorten, die teilweise nur in den ökologischen Landessortenversuchen getestet wurden sind Avatar, eine EU-Sorte mit starker Jugendentwicklung durchwegs interessant für die GPS-Nutzung. Die Sorte Kameleon, welche bislang in den LSV in Baden-Württemberg mit hohen Rohproteinerträgen glänzte.  Die bereits letztes Jahr vorgestellte EU-Sorte Lump bleibt in bayrischen Versuchen stabil mit überdurchschnittlichem Ertrag bei guter Jugendentwicklung. Auch hier bleibt es spannend, wie sich die Sorten in den nächsten Jahren zeigen werden.

(Stand: Januar 2021)

Text: Ulrich Quendt

LLH: Digitale Feldführung Erbsen im Video

Erbsen: Relativerträge im Regionalvergleich 2020

(vorläufige Ergebnisse veröffentlich bis Dezember 2020)

Links zu den Landessortenversuchen

Baden-Württemberg:

Konventionell: Link

Bayern:

Erste Ergebnisse: Link unter  Eiweißpflanzen

Hessen:

Konventionell: Link

Niedersachsen:

Konventionell: Link

Nordhein-Westfalen:

Link

Sachsen:

Link

Schleswig-Holstein:

Link

 

 

 


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Weblinks

Bundessortenamt: Beschreibende Sortenliste (jährliche Aktualisierung unter Getreide, Mais, Öl- und Faserpflanzen, Leguminosen, Rüben, Zwischenfrüchte)

FiBL: Erfolgreicher Anbau von Körnerleguminosen in Mischkultur mit Getreide