Aussaat

Allgemein

Die Aussaat von Körnererbsen kann in Abhängigkeit des Standorts und der Witterung schon ab Anfang März erfolgen. Der späteste Saattermin ist Ende April. Als optimal haben sich Saattermine zwischen Mitte März und Anfang April erwiesen. Zu beachten ist der hohe Keimwasserbedarf. Welcher auch durch die Aussaattiefe und einen guten Bodenschluss gedeckt werden kann. Die Mindestkeimtemperatur liegt bei 2 bis 3 Grad. Ein guter Bodenzustand ist jedoch wichtiger als ein möglichst früher Aussaattermin, da die Erbse auf Bodenverdichtungen, als Folge nicht optimaler Bodenbearbeitung, mit Mindererträgen reagiert. Zudem sollte bei hohem Beikrautdruck auch ein späterer Saattermin gewählt werden, da die Erbsen schneller auflaufen und die Konkurrenzfähigkeit zu nimmt. Erbsen sind frostempfindlich und sollten erst ausgesät werden, wenn nach den Erfahrungen in der Region keine Spätfröste mehr zu erwarten sind. Fröste bis ca. -4°C verträgt die Erbse. Eine Besonderheit sind Wintererbsen, welche zwischen Mitte September und Mitte November ausgesät werden können. Zu beachten ist auch hier die Witterungs- und Standortabhängigkeit in punkto Winterhärte und Entwicklung. Eine frühe Saat befördert das Massenwachstum, senkt aber die Winterhärte und bei einer späten Saat wird weniger Grünmasse gebildet und die Überwinterungsleistung erhöht. Für die Körnernutzung sollte daher ein späterer Saattermin gewählt werden, wobei sich die Saattermine Anfang Oktober bis Mitte Oktober als optimal erwiesen haben.

Bodenbearbeitung

Um Auflauf- und Fußkrankheiten vorzubeugen, sollte in ein abgetrocknetes, lockeres Saatbett ohne Verdichtungen ausgesät werden. Vor allem beim pfluglosen Anbau ist eine tiefe Lockerung und Drainierung wichtig. Wichtig insbesondere beim ökologischen Erbsenanbau ist eine gleichmäßige Ablage in der Reihe, um homogene und damit konkurrenzstarke Bestände zu erzielen. Das kann mit einer Kreiseleggen – Drillmaschinen – Kombination erzielt werden. Bei klutigen oder steinigen Böden können die Bestände angewalzt werden. Eine Saattiefe von 4-6 cm wird empfohlen, um eine gute Wasserversorgung des Kornes sicherzustellen. Bei leichten Böden und wenn mit Vogelfraß zu rechnen ist auch noch etwas tiefer. Als Aussaatmenge sind 60 bis 90 keimfähige Körner / m² üblich. Im biologischen Anbau bzw. bei mechanischer Unkrautregulierung oder bei kurzen Sorten und in trockenen Lagen sollten 80 bis 100 keimfähige Körner/ m² ausgesät werden. Erbsen werden in Reihen von ca. 12 cm bis hin zu 30 cm Reihenabstand ausgesät. Während im konventionellen Anbau der Getreidereihenabstand üblich ist, werden bei Einsatz von Hackmaschinen im ökologischen Anbau entsprechend weitere Reihenabstände bevorzugt.

Nach einer pfluglosen Bodenbearbeitung und darauffolgender Aussaat mit Saatbettbereitung sollte die Mulchsaat mit Schneidscheiben durchgeführt werden, die scharfe und stabile Saatrillen bilden. Bei Mulchsaat ohne Saatbettbereitung und Direktsaat muss mit höherem Schardruck gesät werden.

Saatgut

Eine Saatgutimpfung mit Knöllchenbakterien ist nicht erforderlich, da diese natürlicherweise in heimischen Böden vorkommen. Bis Stickstoff aus den Wurzelknöllchen verfügbar ist, wird der Bedarf über die Samen und den Bodenvorrat gedeckt.

Im ökologischen Anbau ist gesundes Saatgut wichtig. Der Ascochyta-Pilz kann die Keimfähigkeit stark beeinträchtigen. Zertifiziertes Saatgut aus ökologischer Erzeugung wird darauf geprüft. Eigener Nachbau ist zu untersuchen.

Im konventionellen Anbau kann das Saatgut zum Schutz vor Fuß-und Auflaufkrankheiten mit Thiram gebeizt werden. WAKIL XL bietet zusätzlich Schutz vor der samenbürtigen Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi) und Falschem Mehltau (Peronospopors pisi).

Text: Kerstin Spory

Durchsicht: Ulrich Quendt

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Literaturtipps

Völkel G. & Vogt-Kaute W., 2013: Körnerleguminosen in der Fruchtfolge, in Körnerleguminosen anbauen und verwerten, Hrsg. KTBL