Gemengeanbau von Leguminosen

Gemengeanbau oder auch Mischanbau bezeichnet den Anbau von zwei oder mehr Arten oder Sorten in Mischung zur gleichen Zeit auf ein und demselben Ackerschlag. Weitgehend bewährt haben sich Gemenge aus Leguminosen und Nichtleguminosen, wie Erbsen im Gemenge mit Gerste, Wicken mit Roggen, Wintererbsen mit Triticale oder Rotklee mit Gras. Weitere Formen des Gemengeanbaus, wie der Anbau von Erbsen mit Leindotter, Phaseolus-Bohnen mit Mais oder Sojabohne mit Weizen werden gerade in die Praxis eingeführt und erprobt. Genutzt werden Gemenge als Haupt- oder Zwischenfrucht zur Körner- oder Grünfutterernte. Auch zwei Hauptkulturen in einem Jahr sind mit einem Anbau von Wintererbsen-Triticale-Gemenge als GPS und einem nachfolgenden Mais umsetzbar. Flächenmäßig ist der Anbauumfang noch sehr gering, daher werden weiterhin praktische Erfahrungen zur optimalen Artenzusammensetzung, Saatstärke und Saatzeitpunkte der Gemengepartner für die verschiedenen Nutzungsrichtungen auf den verschiedenen Standorten benötigt. Bei der externen Vermarktung von Gemengen, sollte vor dem Anbau der Absatz geklärt werden, denn viele Vermarkter müssen sich erst noch auf die Annahme von Leguminosen-Getreide-Gemengen einstellen. Der Gemengeanbau bietet viele Vorteile, insbesondere die Erhöhung der Ertragssicherheit durch eine verbesserte Nährstoffausnutzung, Standfestigkeit, Beikrautunterdrückung und Witterungsanpassung machen den Gemengeanbau interessant.

Text: Ulrich Quendt

Vorteile und Nachteile von Mischkulturen im Vergleich zur Reinsaat

Mischkulturen im Vergleich zu Reinsaaten

Vorteile

Nachteile

+      Geringeres Anbaurisiko

-        Separierung erforderlich bei Abgabe an Sammelstelle, ggf. zusätzliche Kosten

+      Bessere Standfestigkeit und Ernte der Körnerleguminosen

-        Geringere Qualität (z.B. Hektolitergewicht) des Getreides wegen fehlender Düngung oder suboptimalen Erntezeitpunkt der Mischungspartner möglich

+      Weniger Spätverunkrautung

-        Keine beliebige Kombination der Mischungspartner aufgrund unterschiedlicher Abreifezeitpunkte

+      Bessere Unkrautunterdrückung (dank engerer Reihenabstände und Bodenbedeckung durch das Getreide)

-        Mögliche Einschränkungen in der Fruchtfolgegestaltung (z.B. Fusskrankheiten bei Getreide, Leguminosenmüdigkeit)

+      Höhere Ertragsstabilität dank der Risikoverteilung auf zwei Kulturen

-        Mischung des Saatguts erforderlich oder Verwendung einer Sämaschine mit mehreren Säkasten

+      Effizientere Nutzung von Nährstoffen, Wasser und Licht

-        Kompromisse bezüglich Saatzeitpunkt und Saattiefe erforderlich

+      Im Durchschnitt der Jahre 5-15% höhere Gesamterträge

-        Anspruchsvolle Einstellung des Mähdreschers

+      Möglicherweise bessere Abwehr oder Ablenkung von potenziellen Schaderregern

-        Geringerer Proteinertrag der Körnerleguminosen pro Hektar als bei erfolgreicher Reinsaat

+      Beitrag zu einer höheren Biodiversität und Landschaftsqualität

 

Quelle: Dierauer et al. 2017: Erfolgreicher Anbau von Körnerleguminosen in Mischkultur mit Getreide

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