Wirtschaftlichkeit

Erbsen und Ackerbohnen – lohnenswerte Kulturen

Betriebswirtschaftlich konkurrenzfähig

Ackerbohnen

Auf Grundlage der DAL wurden die Daten der teilnehmenden Landwirte ausgewertet. In 2016 erwirtschafteten die 25 konventionellen Betriebe eine durchschnittliche DAL von 451 €/ha.
Ausschlaggebend für den wirtschaftlichen Erfolg der 12 über dem Durchschnitt liegenden konventionellen Betriebe waren der höhere Ertrag der Ackerbohnen von 8 dt/ha verbunden mit einem besseren Betriebswert, der 1,3 €/dt über dem Mittel der 25 Betriebe lag. Die Differenz des Betriebswertes der 12 über und der 13 unter dem Durchschnitt liegenden Betriebsergebnisse von bei 2,60 €/dt Ackerbohnen verdeutlicht, wie wichtig es ist, bei Vermarktung den Verkaufspreis strategisch auszuhandeln bzw. wie finanziell attraktiv die Veredlung über das Tier ist.

Im Vergleich zu den konventionellen BetriebskollegInnen ernteten die ökologisch wirtschaftenden BetriebsleiterInnen durchschnittlich 10 dt/ha Ackerbohnen weniger. Aufgrund des deutlich höheren Preisniveaus erzielten die Betriebe mit Ackerbohnen in Reinsaat eine durchschnittliche DAL von 1125 €/ha.
Die Produktionskosten im Ackerbohnenanbau liegen sowohl bei den ökologisch wirtschaftenden Betrieben als auch bei den konventionellen Betrieben auf ähnlichem Niveau. Während im konventionellen Anbau Kosten für den Pflanzenschutzeinsatz entstanden, verursacht der intensivere Maschineneinsatz im Ökolandbau höhere Kosten bei der Arbeitserledigung.

Auch bei den ökologisch wirtschaftenden Betrieben war der erzielte Ertrag verbunden mit einem höheren Betriebswert ausschlaggebend für den ökonomischen Erfolg des Ackerbohnenanbaus.

Der ökologische Gemengeanbau von Ackerbohnen mit Hafer oder Triticale war mit einer DAL von 1108 €/ha vergleichbar erfolgreich wie der Anbau von Ackerbohnen in Reinsaat. Der Gemengeanbau verursachte im Vergleich zur Reinsaat höhere Kosten bei der Nährstoffabfuhr und der Arbeitserledigung von insgesamt 190 €/ha, die durch eine entsprechend höhere Leistung aber ausgeglichen werden konnte. 

Ackerbohnen und Erbsen und ihre Vergleichskulturen

Bei der Integration von Körnerleguminosen in die Fruchtfolge sind die erzielbaren Erzeugerpreise bzw. Futterwerte in Verbindung mit einem angemessen hohen Ertrag wichtige Stellschrauben für den wirtschaftlichen Erfolg.
Bei erfolgreich ausgehandelten Erzeugerpreisen ist ein wirtschaftlicher Anbau von Ackerbohnen und Erbsen auch bei niedrigeren Erträgen realisierbar und sie können selbst in konventionell wirtschaftenden Betrieben mit Winterweizen und Winterraps konkurrieren. In ertragsschwächeren Jahren können die Zahlungen aus Greening und/oder den Agrarumweltmaßnahmen mögliche wirtschaftliche Einbußen abmildern. 

Fazit

Ackerbohnen und Erbsen können für viele Betriebe eine pflanzenbaulich hochwertige und ökonomisch konkurrenzfähige Alternative zu den übrigen Hauptkulturen darstellen. Dabei sollten sie im Anbau dieselbe Sorgfalt wie die übrigen Hauptkulturen erhalten. Körnerleguminosen bieten einen hohen Vorfruchtwert, können wintergetreidebetonte Fruchtfolgen sehr gut auflockern und ein erfolgreiches Hilfsmittel im Resistenzmanagement innerhalb der Fruchtfolge sein. Eine vorausschauende Planung der Vermarktung über den Handel oder eine gezielte inner- oder zwischenbetriebliche Verwertung verbessern die Wirtschaftlichkeit der Körnerleguminosen. Zahlungen aus Greening und Agrarumweltmaßnahmen sind nicht zu unterschätzende Zusatzeinnahmen.

Autoren: Petra Zerhusen-Blecher, Katrin Stevens, Prof. Dr. Bernhard Carl Schäfer (FH Südwestfalen, Soest), Prof. Dr. Jürgen Braun (HfWU Nürtingen-Geislingen)

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