Schädlinge

Erbsenwickler (Cydia nigricana)

Bedeutung

Der Erbsenwickler ist in Europa, Nordafrika, Nordamerika sowie im Fernen Osten verbreitet. Insbesondere in trockenen, warmen Jahren treten beim Anbau von Körnererbsen Erbsenwickler auf. Das Aufkommen hängt stark von der Anbaukonzentration und der räumlichen Nähe zu den vorjährigen Erbsenschlägen ab. Luzerne, Rotklee und Ackerbohne sind ebenfalls Wirtspflanzen für den Erbsenwickler.

Vor allem spät bestellte bzw. spät blühende Sorten sind stärker betroffen, wenn die Vollblüte mit dem Hauptflug und der Eiablage des Wicklers zusammenfällt. Wintererbsen werden aufgrund ihrer früheren Blüte und dem zeitigeren Abreifezeitpunkt weniger von Erbsenwicklern und anderen Schädlingen befallen als Sommererbsen.

Symptomatik

Der Erbsenwickler ist ein grau- bis olivbrauner Kleinschmetterling, der überwiegend im Trockenerbsenanbau schädigt. Die Falter schlüpfen in der Zeit von Ende Mai bis Ende Juli. Die Tiere legen Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an verschiedenen Teilen der Erbsenpflanze ab. Die daraus schlüpfenden Larven bohren sich nach kurzer Zeit in die Hülsen ein und fressen dort an den reifenden Samen. Die Larven verursachen durch ihren Fraß an den Samen beträchtliche Ertragseinbußen. Befallene Hülsen haben im Inneren meist 2 bis 3 geschädigte Samen, umgeben von Kotkrümeln in den Kornzwischenräumen. Das 5. Larvenstadium frisst sich vor der Ernte ein kreisrundes Loch in die Hülse um ins Freie zu gelangen, lässt sich auf den Boden fallen und überwintert in einem Larvenkokon bis etwa 10 cm Bodentiefe. Im Frühjahr siedelt die Larve in einen neuen Kokon um, verpuppt sich und schlüpft als Falter aus dem Boden, um dann neue Erbsenbestände aufzusuchen.

Durch das Einnisten der Larven in die Hülsen können auch pilzliche Erreger übertragen und durch die Schädigungen an Hülsen und Körnern ein Befall mit diesen begünstigt werden. Besonders in trockenwarmen Jahren ist ein erhöhter Befallsdruck wahrscheinlich. Es tritt eine Generation im Jahr auf.

Bekämpfung im biologischen Anbau

Als Bekämpfungsstrategie wird eine weite Stellung der Erbsen in der Fruchtfolge empfohlen, da bereits Anbaupausen von einem Jahr den Befall im darauf folgenden Jahr deutlich reduzieren können. Wintererbsen werden von Erbsenwicklern aufgrund ihrer früheren Blüte weniger befallen als Sommererbsen. Eine frühe Aussaat scheint bei Körnererbsen aufgrund der relativ langen Blühdauer und Abreife als präventive Maßnahme weniger erfolgreich als bei Gemüseerbsen.

Eine verstärkte Bodenbearbeitung im Herbst oder Frühjahr nach dem Erbsenanbau kann die Schlupfrate der überwinternden Puppen reduzieren. Gefährdet sind insbesondere Bestände, die nah an den letztjährigen Erbsenparzellen liegen. Daher sollten zu Flächen, auf denen im Vorjahr Erbsen angebaut wurden, möglichst weite Abstände eingehalten werden (mindestens 5 km).

Der Flug des Erbsenwicklers lässt sich mit Hilfe von Pheromonfallen mit Sexuallockstoff gut überwachen. Ca. 10 bis 14 Tage nach Einsetzen des Falterfluges beginnen Eiablage und Larvenschlupf. Derzeit soll im Rahmen eines Forschungsprojektes insbesondere für den ökologischen Anbau von Gemüseerbsen ein computergestütztes Entscheidungshilfesystem (EHS) entwickelt werden, mit dem eine präventive Anbauplanung zur Vermeidung von Erbsenwicklerschäden ermöglicht werden soll.

Bekämpfung im konventionellen Anbau

Eine Bekämpfungsmaßnahme muss unmittelbar vor dem Schlupf der Larven, spätestens 5 bis 7 Tage nach dem ersten Flughöhepunkt der Erbsenwickler erfolgen.

Breitbandinsektizide sollten nur nach genauer Beobachtung des Bestandes und unter Beachtung der Auflagen zum Einsatz kommen. Der günstigste Behandlungstermin ist zwischen abfallender Blüte und Beginn der Hülsenschwellung.

Informationen zu aktuellen Zulassungen und Anwendungsbestimmungen sind in der Online-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit verfügbar:  https://portal.bvl.bund.de/psm/jsp

 

 

Text: Kerstin Spory

Durchsicht: Irene Jacob

 

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