Effizientes Blattlausmanagement beim Anbau von Erbse und Ackerbohne

Mitte bis Ende Mai beginnen in vielen Regionen die Blattläuse die Suche nach Sommerwirten. Im Hinblick auf die Kulturen Erbse und Ackerbohne sind dabei die Erbsenblattlaus (Acyrthosiphon pisum) und die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae) von größter Bedeutung im Hinblick auf die direkte Schadwirkung und als Vektoren für einige Viruserkrankungen, darunter das Nanovirus PNYDV, das 2016 erstmals in größerem Umfang in Deutschland auftrat. Die Bestandskontrolle sollte nun regelmäßig stattfinden, um die erste Einflugwelle mitzubekommen.

Es gilt, nach dem ersten Einflug die Entwicklung der Lauspopulation genau zu beobachten. Je nach der Entwicklung der Wetterbedingungen sind bei Überschreitung der wirtschaftlichen Schadschwelle zeitnah zielgerichtete Pflanzenschutzmaßnahmen durchzuführen, um die Ausbreitung der Läuse und damit der Viren im Bestand zu verhindern. Dabei sind die Hinweise der örtlichen Pflanzenschutzdienste eine wichtige Entscheidungshilfe.

Die Erbsenblattlaus versteckt sich vorzugsweise in den Triebspitzen der Erbsenpflanzen, wo sie aufgrund ihrer grünen Farbe nicht einfach zu sehen ist. Durch die Saugtätigkeit kann die Anzahl der Hülsen durch Hülsenabwurf reduziert sowie die Anzahl der Körner pro Hülse und das Tausendkorngewicht vermindert werden. Für die Kontrolle der Erbsenblattlaus werden die obersten Blätter der Triebspitzen geöffnet, um dann das Innere mit einer Lupe auf Blattläuse zu untersuchen. Die Schadschwelle ist hier bei 10 Erbsenblattläusen pro Trieb einer befallenen Pflanze erreicht.

Die Schwarze Bohnenlaus verursacht ein Einrollen der Blätter, Verkrümmen der Triebspitzen und eine verminderte Kornausbildung. Daneben könne Viren übertragen werden und die Honigtauausscheidung stellt einen Nährboden für Krankheitserreger wie z.B. Schwärzepilze dar. Regelmäßige Kontrollen sollten Gewissheit über die Situation auf den eigenen Flächen schaffen. Die Feldkontrolle ist aufgrund der guten Sichtbarkeit der Schwarzen Bohnenlaus unkompliziert. Die Schadschwelle ist hier bei 10 % befallener Pflanzen mit Koloniebildung erreicht. Nach guter fachlicher Praxis sollten ab diesem Punkt zielgerichtete Pflanzenschutzmaßnahmen mit den zugelassenen Mitteln unter Beachtung der jeweiligen Auflagen zeitnah erfolgen.

Informationen zu aktuellen Zulassungen und Anwendungsbestimmungen sind in der Online-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit verfügbar:  https://portal.bvl.bund.de/psm/jsp

 

Autor: Ralf Mack

Durchsicht: Irene Jacob

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