Falscher Mehltau (Peronospora pisi)

Bedeutung

Der Falsche Mehltau ist in den gemäßigten Klimazonen Nordeuropas, Neuseelands und den USA weit verbreitet. Größere Ertragsausfälle können entstehen, wenn kühle und feuchte Wachstumsbedingungen vorherrschen. Bei starkem Primärbefall sterben die Jungpflanzen ab oder treiben geschwächt aus den unteren Knoten wieder aus. Bei für das Pathogen günstigen Witterungsbedingungen während der Vegetation kann sich der Erreger bis zu den Hülsen hin ausbreiten und dort wirtschaftliche Schäden verursachen. Da eine warme und trockene Witterungsperiode nach dem Frühjahr die Produktion und Verbreitung von Sporen verhindert und keine ertragsrelevanten Sekundärinfektionen entstehen, bleiben solche Schäden jedoch meist aus.

Symptomatik

Zu Befallsbeginn entstehen auf der Oberseite der Blätter kleine hellgelbe bis braune Flecken, die von den Blattadern begrenzt sein können. Befallenes Blattgewebe stirbt schnell an, so dass auf der Blattoberseite braune Flecken sichtbar werden. Auf der Blattunterseite ist ein grau-violetter Pilzrasen erkennbar. Die Infektion beginnt an den unteren und geht später über auf die oberen Blätter. Starker  Befall  kann ganze  Pflanzenteile  schädigen  und  die  Samenbildung  unterbinden.

Bekämpfung im biologischen Anbau

Eine weit gestellte Fruchtfolge kann den Befall mit falschem Mehltau reduzieren, da die auf den Pflanzenresten gebildeten Oosporen bis zu 15 Jahre im Boden überdauern können. Dies stellt aber keine sichere Bekämpfungsmöglichkeit dar. Im biologischen Anbau sind die Bekämpfungsmaßnahmen von falschem Mehltau sehr begrenzt. Eine Möglichkeit bietet der Anbau resistenter Sorten, hierbei muss beachtet werden, dass der falsche Mehltau in verschiedenen physiologischen Rassen auftritt. Infiziertes Erbsenstroh sollte nach der Ernte vom Acker beseitigt werden.

Bekämpfung im konventionellen Anbau

Wie bei anderen bodenbürtigen Erregern wird der Einsatz von systemischen Beizmitteln empfohlen (z.B. Wakil XL). Bei hohem Befallsdruck können Fungizide eingesetzt werden, solange die Hülsen noch nicht ausgebildet sind. Bei solchen Maßnahmen muss allerdings die Wirtschaftlichkeit gewahrt werden.

Informationen zu aktuellen Zulassungen und Anwendungsbestimmungen sind in der Online-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit verfügbar:  https://portal.bvl.bund.de/psm/jsp

 

Text: Kerstin Spory

Durchsicht: Katrin Stevens

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Literaturtipps

Hoffmann G. M., Schmutterer H.,1999: Parasitäre Krankheiten und Schädlinge an landwirtschaftlichen Nutzpflanzen. Verlag Eugen Ulmer GmbH & CO., Stuttgart