Schädlinge

Gestreifter Blattrandkäfer (Sitona lineatus)

Bedeutung

Der Gestreifte Blattrandkäfer (Sitona lineatus, Familie: Rüsselkäfer (Curculionidae)) kommt an vielen Leguminosen vor. Er schädigt vor allem Ackerbohnen und Erbsen, tritt aber beispielsweise auch an Kleearten auf.
Nach der Überwinterung fliegt die Käfergeneration des Vorjahres im zeitigen Frühjahr in Kleebestände ein und führt dort einen Reifungsfraß durch. In Abhängigkeit von den Witterungsbedingungen können die Käfer ab dem Auflaufen der Körnerleguminosen in die Bestände einfliegen, wo sie durch den Blattrandfraß teils massive oberirdische Schädigungen hervorrufen können. Die weiblichen Käfer legen ihre Eier in die Bestände ab. Daraus schlüpfen die Käferlarven, welche in den Boden einwandern und dort an den Wurzelknöllchen fressen. Dadurch entstehen zum einen Beschädigungen an der Pflanze, die den Befall mit pilzlichen Krankheiten, insbesondere mit Fußkrankheitserregern, beschleunigen können. Zum anderen wird die Stickstofffixierleistung der Leguminosen beeinträchtigt, was wiederum zu Qualitätseinbußen sowohl bei den Hülsenfrüchten als auch bei deren Nachfrüchten führen kann und sich negativ auf die Nährstoffversorgung der gesamten Furchtfolge auswirken kann.

Symptomatik

Typische Symptome eines Befalls mit dem Blattrandkäfer sind die buchtenförmigen Fraßstellen an den Blatträndern der Wirtspflanzen. Diese Schäden können je nach Zuflug der Käfer bereits ab dem Auflaufen der Körnerleguminosen sichtbar werden und bei starkem Befall bis hin zum Kahlfraß führen.
Durch die Larven werden die Wurzelknöllchen ausgefressen. In einigen Fällen sind leere Hüllen der Knöllchen zu erkennen. Durch diese Fraßtätigkeit entstehen Eintrittspforten, durch welche das Eintreten von Fußkrankheitserregern begünstigt sein kann.
Die im Sommer geschlüpfte junge Käfergeneration schädigt die in die Abreife übergehenden Körnerleguminosen ebenfalls durch Blattrandfraß.

Bekämpfung im biologischen Anbau

Es sind keine direkten Regulierungsmöglichkeiten des Blattrandkäfers bei Ackerbohnen und Erbsen im ökologischen Landbau bekannt. Anbaupausen sowie die räumliche Entfernung von Neuansaaten zu Kleegrasflächen bzw. zu Schlägen, die im Vorjahr einen starken Befall aufwiesen, können eine Entlastung der Befallssituation bewirken. Maßnahmen, die ein rasches Auflaufen und eine zügige Jugendentwicklung fördern, erhöhen generell die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen Schaderreger.

Bekämpfung im konventionellen Anbau

Insektizide mit dem Wirkstoff lambda-Cyhalothrin können eingesetzt werden (z.B. Karate Zeon). Informationen zu Zulassungen und Anwendungsbestimmungen sind in der Online-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit verfügbar:  https://portal.bvl.bund.de/psm/jsp

Text: Irene Jacob

Durchsicht: Werner-Vogt Kaute

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Literaturtipps

Benker U. (2015): Die Blattrandkäfer oder Graurüssler Sitona spp. LfL-Beratungsgrundlage

Hoffmann G. M., Schmutterer H.,1999: Parasitäre Krankheiten und Schädlinge an landwirtschaftlichen Nutzpflanzen. Verlag Eugen Ulmer GmbH & CO., Stuttgart

Kühne S., Burth U., Marx P., 2006: Biologischer Pflanzenschutz im Freiland. Pflanzengesundheit im Ökologischen Landbau. Verlag Eugen Ulmer KG, Stuttgart