Sommerackerbohne im Odenwald

Ulrich Rauth bewirtschaftet einen Ackerbaubetrieb im vorderen Odenwald. Er baut seit dem Jahr 2013 Sommerackerbohnen an. Dazu nutzt er das einphasige Strip-Till-Verfahren. Eine fünfgliedrige Fruchtfolge mit den Kulturarten Winterraps, Winterweizen, Sommerackerbohnen, Sommergerste und Zwischenfrüchten hat Rauth dem Standort bestmöglich angepasst. Näheres zur Wirtschaftsweise und zu den Betriebsdaten finden Sie hier.


Ulrich Rauth berichtet hier fortlaufend über den Anbau von Sommerackerbohnen über die gesamte Vegetationsperiode hinweg.

20. Juni 2017

Bei hochsommerlichen Temperaturen fand im Juni der Feldtag auf dem Betrieb in Klein-Bieberau statt. Die fehlenden Niederschläge machen den Ackerbohnen inzwischen zu schaffen, dies wird sich voraussichtlich auch bei den Erträgen bemerkbar machen. Die Abreife schreitet schneller voran, so dass die Ernte möglicherweise bereits zeitgleich mit dem Weizen ansteht. Der Feldtag auf dem Betrieb Rauth in Bildern

1. Juni 2017

Die Ackerbohnen haben die Hitzewelle der letzten Tag noch relativ gut verkraftet. Sonnenbrand oder Hitzeschäden waren an den oberen Blättern anschließend nicht festzustellen. Auch weiterhin sind bis jetzt noch keine äußerlichen Unterschiede auf den Schlägen mit den Demoparzellen und den Wiederholungsparzellen festzustellen.

Die Masse der Ackerbohnenpflanzen befindet sich zurzeit im Entwicklungsstadium BBCH: 65 (Vollblüte, etwa 5 Blütentrauben pro Pflanze in Blüte). Einzelne Pflanzen haben eine Wuchshöhe von 83 cm erreicht. Zum jetzigen Zeitpunkt muss umgehend bei niedrigeren Temperaturen in den Abendstunden die geplante Fungizidbehandlung durchgeführt werden.
Zur Bekämpfung der wichtigsten Blattkrankheiten: Schokoladenflecken (Botrytis fabae), Brennflecken (Ascochyta fabae), Falscher Mehltau und Ackerbohnenrost (Uromyces fabae) sind in Ackerbohnen nur zwei Fungizide zugelassen.
Das Präparat mit der Produktbezeichnung: Ortiva mit dem Wirkstoff (Azoxystrobin 250 g/l, WK C3) ist mit 1,0 l/ha und max. 2 Anwendungen ab Befallsbeginn gegen Falschen Mehltau, Brennfleckenkrankheit und Schokoladenflecken zugelassen.
Ortiva hat die größte Bandbreite und wirkt gegen alle wichtigen Blattkrankheiten in Ackerbohnen. Der darin enthaltene Wirkstoff (Azoxystrobin) aus der Gruppe der Strobilurinderivate zeichnet sich in erster Linie durch seine vorbeugende (protektive) Wirkung aus. Die Applikation muss daher sehr gezielt kurz vor oder zum Infektionsbeginn der entsprechenden Krankheit erfolgen. Ortiva ist aber auch das teuerste Produkt.
Das Präparat mit der Produktbezeichnung: Folicur mit dem Wirkstoff (Tebuconazol 250 g/l, WK G1) ist mit 1,0 l/ha und max. 2 Anwendungen ab Befallsbeginn gegen Schokoladenflecken und Rost zugelassen.
Folicur hat auch nur eine Wirkung gegen diese beiden Blattkrankheiten.
Der darin enthaltene Wirkstoff (Tebuconazol) aus der Gruppe der Azole wirkt sowohl vorbeugend (protektiv) als auch befallsstoppend (kurativ). Der Einsatz von Folicur kann ein sehr wirtschaftlicher Lösungsansatz bei der gezielten Bekämpfung und einem ertragsrelevantem Auftreten von Schokoladenflecken und Rost darstellen. Auch noch dann, wenn witterungsbedingt nicht zum optimalen Zeitpunkt, unmittelbar zum Infektionsbeginn behandelt werden kann.
Auch die Kombination beider Präparate als Mischung ist zulässig. Die Eigenschaften beider Wirkstoffe ergänzen sich gegenseitig in idealer Weise. Dadurch wird die gesamte Bandbreite an Krankheiten abgedeckt und es ist preisgünstiger als der solo Einsatz mit Ortiva.
Deshalb wird diese Variante auch auf unserem Betrieb für die Ackerbohnenflächen zur Saatgutvermehrung favorisiert.
Die Fungizidbehandlung wurde durchgeführt mit: Ortiva (Azoxystrobin 250 g/l, WK C3) 0,60 l/ha + Folicur (Tebuconazol 250 g/l, WK G1) 0,60 l/ha
WK = Wirkstoffklasse, Klassifizierung von Fungiziden nach Wirkort.

28. Mai 2017

Die weiterhin anhaltende Trockenheit macht den Ackerbohnenbeständen zu schaffen. Starke Sonneneinstrahlung kann bei Ackerbohnen unter Umständen zu einem regelrechten Sonnenbrand führen. Das ist aber meistens nur dann der Fall, wenn der Witterungswechsel sehr abrupt erfolgt. Das heißt, wenn nach einer feuchtkühlen Witterungsperiode plötzlich Hochsommertemperaturen mit intensiver Sonneneinstrahlung auftreten und die Pflanzen sich nicht langsam an diese Witterungssituation anpassen können.
Sonnenlicht ist für Pflanzen zum einen lebenswichtig zum anderen bei zu intensiver Strahlung aber auch schädlich für das Gewebe. Pflanzen können sich an die sich ändernden Strahlungs- und Lichtverhältnisse in einem gewissem Maße anpassen. Das geschieht zum einen über die Einlagerung von Farbstoffen und zum andern durch die Ausbildung einer mehr oder weniger starken Wachsschicht auf den Blättern.
Wird dabei das verträgliche Maß an Strahlung überschritten, kommt es unweigerlich zu einer Schädigung des Blattgrüns an den oberen ungeschützten Blättern. Zusätzlich wirkt die Sonne mit hohen Temperaturen auf die Pflanze ein, wodurch diese viel Wasser verliert. Wenn, die Pflanze bedingt durch Trockenheit nicht genug Wasser nachliefern kann führt das unweigerlich zu Hitzeschäden. Wobei die oberen am stärksten betroffen Blätter absterben.

27. Mai 2017

Heute musste eine Blattlausbekämpfung durchgeführt werden. Eine Behandlung wird in der Regel erst ab Beginn der Koloniebildung durchgeführt. Die Behandlung erfolgte im Soloeinsatz mit Pirimor (Pirimicarb 500 g/kg, WK 1A) 0,30 kg/ha. Pirimor ist ein Spezialmittel zur Blattlausbekämpfung das Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen, Raubmilben, Spinnen und andere Nützlinge schont. Pirimor ist im solo Einsatz mit B4 als bienenungefährlich eingestuft und enthält als wasserdispergierbares Granulat den Wirkstoff Pirimicarb aus der Gruppe der Carbamate. Der Wirkstoff Pirimicarb wird innerhalb von 2-3 Stunden nach der Applikation von den Blättern aufgenommen. Die Wirkung erfolgt zum einen über den direkten Kontakt und zum anderen über einer Dampfphase bei der auch versteckt sitzende Läuse sicher mit erfasst werden. Die besten Wirkungserfolge werden im Temperaturbereich von 12 bis maximal 25 °C erreicht. Bei höheren Temperaturen sollten ohnehin keinen Pflanzenschutzmaßnahmen mehr durchgeführt werden.

Zur Blattlausbekämfung sind in Ackerbohnen auch noch mehrere Insektizide aus der Gruppe der Pyrethroide des Typ 2 mit der Wirkstoffklasse 3A zugelassen. Die Präparate mit der Produktbezeichnung: Shock Down, Lambda WG, Karate Zeon und Kaiso Sorbie enthalten aber alle den gleichen Wirkstoff (Lambda­Cyhalothrin). Unterschiede bestehen hier nur teilweise in der Formulierung und der Wirkstoffkonzentration zwischen den einzelnen Produkten. Auch die hier genannten Produkte sind im solo Einsatz mit B4 als bienenungefährlich eingestuft. Diese Produkte weisen aber gewisse Schwächen bei versteckt sitzenden Blattläusen und etwas höheren Temperaturen auf. Blattläuse werden nur bei direktem Kontakt mit dem Wirkstoff erfasst.

26. Mai 2017

Trotz der weiterhin anhaltenden Trockenheit sind die Ackerbohnenbestände durchweg noch sehr gleichmäßig in Ihrem Wuchs. Auch auf den Schlägen mit den Demoparzellen und den Wiederholungsparzellen sind rein äußerlich bis jetzt keine Unterschiede in der Pflanzenentwicklung festzustellen.

Die Masse der Ackerbohnenpflanzen befinden sich im Entwicklungsstadium BBCH 62-63 (Blüte, etwa 2-3 Blütentrauben pro Pflanze in Blüte). Einzelne Pflanzen hatten zu diesem Zeitpunkt eine Wuchshöhe von über 60 cm.

Die Ackerbohnenblüten werden von Hummeln und Bienen gleichermaßen besucht. Für die Befruchtung ist die Ackerbohne auf beide Arten angewiesen. Die Aufnahme von Nektar oder Pollen geschieht aber in der Regel nicht gleichzeitig, weil der Nektar am Grund der Ackerbohnenblüte für die Honigbiene und Erdhummel mit relativ kurzem Rüssel nur schwer zugänglich ist. Erdhummeln sind aber in der Lage, am Grund der Ackerbohnenblüte ein Loch durch die Kelch- und Blütenblätter zu beißen, wodurch sie direkt an den Nektar gelangen können. Auch Honigbiene und andere bestäubende Insektenarten nutzen diese Löcher um so an den Nektar zu gelangen. Natürlich sind solche rein Nektar orientierten Blütenbesuche für die Bestäubung und Befruchtung der Pflanzen direkt unwirksam. Indirekt werden durch die Löcher aber weitere Insektenarten, darunter auch weitere bestäubende Arten angelockt. Auf den Ackerbohnenflächen ist alljährlich zu beobachten das fast alle Blüten unmittelbar nach ihrem Aufblühen solche Löcher aufweisen.

Die Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) gehört zu den größten und am häufigsten vorkommenden Hummelarten. Sie ist auch die wichtigste Art in der kommerziellen Hummelzucht, als Bestäuberinsekten.
Hummeln (Bombus) zählen zu den Wildbienen. Sie fliegen in Abhängigkeit der jeweiligen Art bereits ab 2 bis 8 °C Außentemperatur. Ihr dichter Pelz schützt sie wirkungsvoll vor Auskühlung. Durch Muskelzittern sind sie in der Lage ihre Körpertemperatur auf die für sie optimale Flugtemperatur von 37° C innerhalb kurzer Zeit zu erhöhen. Im Frühjahr kann man daher schon Hummeln bei der Futtersuche beobachten, wenn andere Insekten wegen den kühlen Temperaturen noch nicht aktiv sind.
Hummeln können an einem Tag 3 bis 4 mal so viele Blüten anfliegen wie eine Honigbiene. Pro Minute können Sie dabei bis zu 70 Blüten anfliegen und bestäuben.
Die Königin der Erdhummel baut im Frühjahr ab Mitte März ihr Nest in Erdlöcher. Bevorzugt werden dazu verlassene Gänge von Mäusen oder Maulwürfen verwendet. Das Nest kann bis zu 1,50 m tief in der Erde liegen. Darin werden in ungeordneter Bauweise Zellen für Nektar, Pollen und die Brut angelegt.
Ein Hummelvolk kann je nach Art und Saison des Jahres aus 100 bis 600 Tieren bestehen. Die Königin des Hummelvolkes kann ein Jahr alt werden. Die Arbeiterinnen und Männchen werden meist nur 3 bis 4 Wochen alt.

Ab Beginn der Blüte sollten die Ackerbohnenbestände in regelmäßigen Abständen auf den Besatz mit der Schwarzen Bohnenblattlaus (Aphis fabae) kontrolliert werden. Der Befall beginnt meist am Feldrand. In vielen Fällen können die natürlichen Feinde den Besatz mit Blattläusen unter der Schadschwelle halten. Die Schäden bleiben gering. Kritisch wird es meist erst ab Beginn der Blüte, wo sich schnell (durch die Witterung noch unterstützt) große Populationen aufbauen können. Eine Bekämpfung sollte aber nur gezielt nach dem Erreichen der Schadschwellen durchgeführt werden. Ertragsrelevante Schäden können in den meisten Fällen erst nach Koloniebildung mit anschließender Massenvermehrung entstehen. Der eigentliche Schaden entsteht durch die Saugtätigkeit der Blattläuse an den Pflanzen. Durch das Saugen an den Trieben werden diese im Wuchs gehemmt, die Blüten und erste kleine Hülsen verkümmern dabei regelrecht. Die Ausscheidungen der Blattläuse (Honigtau) verringern die Photosyntheseleistung und machen die Pflanzen anfälliger für Krankheiten. Auch die Grüne Erbsenblattlaus (Acyrthosiphon pisum) ist in Ackerbohnenbeständen häufig zu beobachten, man muss aber sehr genau hinschauen, um sie in den Beständen zu entdecken.

Blattläuse können auch Viruskrankheiten übertragen. Günstig für die Verbreitung mit Viren wirken sich aufeinander folgende Jahre mit sehr milden Wintern und nur wenigen Frosttagen oder nur geringem Frost aus. Das liegt daran, weil die bereits mit Viren infizierten Blattläuse den Winter unter Umständen unbeschadet überstehen können und es so frühzeitig zu Neuinfektionen kommen kann. Im normalen Entwicklungszyklus der Blattläuse ist das nicht so frühzeitig und schnell möglich, weil sich die geschlüpften Blattläuse erst selbst wieder infizieren müssten, um einen Virus weiter übertragen zu können. Nach solchen Jahren sollte man besonders wachsam sein und die Bestände bereits sehr frühzeitig kontrollieren. Die Grünen Erbsenblattläuse (Acyrthosiphon pisum) sind viel beweglicher im Bestand als die Schwarzen Bohnenblattläuse (Aphis fabae) und können so für eine schnellere Verbreitung von Viren sorgen.

Beim Ackerbohnenanbau zur Saatgutvermehrung muss im besonderen Maße darauf geachtet werden, dass es nicht zu einem starken Befall mit Ackerbohnenkäfern  kommt. Die Keimfähigkeit kann bei einen Befall stark abnehmen, sodass die Bohnen nach der Ernte für die Saatgutaufbereitung unbrauchbar sind. Ein mäßiger Befall hingegen beeinträchtigt die Keimfähigkeit kaum. Ein tiefes Unterpflügen der Ausfallsamen nach der Ernte ist bei konsequenter Einhaltung der Anbauabstände nicht notwendig. Gerade bei Betrieben mit langjähriger konservierender Bodenbearbeitung würde die gute Bodenstruktur, die die Ackerbohnen hinterlassen, zerstört. Eine intensive Bodenbearbeitung würde auch zu einem unnötigen Mineralisationsschub zu einem ungünstigen Zeitpunkt führen. Wertvoller Stickstoff, der für die Folgekultur benötigt wird, würde unwiederbringlich in tiefere Bodenschichten verlagert. Eine direkte Bekämpfung des Ackerbohnenkäfers mit einem dafür zugelassenen Insektizid gestaltet sich äußerst schwierig. Vor der Blüte werden nur wenige Käfer erfasst. Die Käfer müssten nach dem Hauptzuflug und Reifungsfraß in den Beständen idealerweise während einer Warmwetterphase mit Temperaturen über 20 °C bekämpft werden, wenn die untersten Hülsen der Pflanzen eine Größe von mindestens 2 cm erreicht haben. Im Abstand von 7 bis 10 Tagen müsste noch eine weitere Behandlung erfolgen. Die Larven der Käfer sind später so gut geschützt, dass sie mit Insektiziden ohnehin nicht mehr bekämpfbar sind. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Ackerbohnenbestände nach der Blüte wegen der Wuchshöhe kaum noch mit Standardtechnik befahrbar sind.

18. Mai 2017

Die Ackerbohnen haben, trotz der Trockenheit in den zurückliegenden Tagen, viel Blattmasse gebildet, sodass jetzt ideale Bedingungen für die geplante Blattdüngung mit Bor herrschen. Ackerbohnen haben einen nur mittleren Bedarf an Bor im Gegensatz zu Raps oder Rüben. In Anbetracht der Standortgegebenheiten in Bezug auf Bodenart und Niederschlagsverteilung wird eine Bordüngung bei Ackerbohnen für notwendig befunden. Die Blattdüngung mit Bor, wird nicht wegen eines Bormangels des Bodens im eigentlichen Sinne durchgeführt, sondern zur besseren Verfügbarkeit dieses Spurennährstoffes für die Pflanzen.

Die Blattdüngung ist die effektivste Form zur Sicherung der Spurennährstoffversorgung, weil die Nährstoffe direkt über das Blatt aufgenommen werden und nicht der Gefahr der Festlegung im Boden unterliegen. Die Blattdüngung wurde mit Bor 150 (Borethanolamin 150 g/l B) 1,00 l/ha im Entwicklungsstadium: BBCH 50 (Blütenknospen vorhanden, jedoch von Blättern umhüllt) durchgeführt. Theoretisch lässt sich eine Blattdüngung auch mit einer Insektizid- oder Fungizidmaßnahme kombinieren. Wichtiger ist es aber, gezielt auf Stresssituationen der Pflanzen zu reagieren und nicht das Verschieben zu einem späteren Zeitpunkt um jeden Preis: nur, um eine Überfahrt sparen zu können. Die Applikation erfolgte im Solo-Einsatz, weil zu diesem Zeitpunkt noch kein bekämpfungswürdiger Besatz mit Blattläusen vorhanden war und es für eine Fungizidbehandlung einfach noch zu früh ist.

Auf dem Foto ist der Abschnitt mit der Blütenanlage eine Ackerbohnenpflanze im Entwicklungsstadium BBCH 50 aus der Nähe zusehen. Die Blütenknospen sind noch komplett umhüllt. Direkt unterhalb der Blütenanlage befinden sich Nebenblätter mit einem dunkelvioletten Fleck, an denen die Pflanze tröpfchenweise Nektar zum Anlocken von Insekten abgeben kann. Diese Pflanzenteile bezeichnet man als Nektarien. Ackerbohne und viele weitere Pflanzenarten produzieren Nektar nicht nur in den Blüten, sondern auch in speziellen Geweben anderer Pflanzenteile, die man als extraflorale Nektarien bezeichnet. Die extrafloralen Nektarien dienen als indirekter Schutz der Pflanzen vor Insekten die eine essentielle Bedrohung für sie darstellen können, wie z. B. blattfressende Insektenarten. Durch den zuckerhaltigen Saft werden nützliche Insekten wie Ameisen und verschiedene Wespenarten angelockt, die die Pflanze auf ihre Art und Weise vor Schädlingen schützen können. Es gibt aber auch Arten die nicht nur den Nektar an den extrafloralen Nektarien trinken, sondern gleich das dazu gehörende Pflanzengewebe mit vertilgen wie z. B. Raupen, Grillen und Heuschrecken. In den Nektarien von Ackerbohnen befindet sich, aber eine bestimmte Aminosäure in hoher Konzentration, die auf Insekten toxisch wirkt und daher die meisten Arten vor dem Verzehr des kompletten Gewebes abhält.

Einzelne Pflanzen waren zu diesem Zeitpunkt in ihrer Entwicklung auch schon etwas weiter fortgeschritten. Auf dem Foto ist gut zu erkennen das bereits an einer der Blütenanlagen eine der Blütenknospen mehr oder weniger komplett sichtbar ist.

Die Anzahl an Marienkäfer in den Ackerbohnenbeständen hat bei den hohen Temperaturen mittlerweile merklich zugenommen außer dem sehr häufig vorkommende Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) ist jetzt auch eine weitere Art zu beobachten: der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis). Dieser Marienkäfer ist ursprünglich in Ostasien beheimatet. Das Aussehen der Käfer kann sehr unterschiedlich sein was die Farbe und die Anzahl der Punkte betrifft. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal ist das schwarze M auf dem weißen Halsschild das aber auch nicht immer vorhanden sein muss. Er wurde ursprünglich zur biologischen Schädlingsbekämpfung gezüchtet und später auch nach Europa eingeführt, zum Schutz von Nutzpflanzen vor Blattläusen. In Deutschland tritt er seit einigen Jahren auch auf und dringt aus Richtung Frankfurt (Main) weiter nach Süden vor. Inzwischen gibt es ihn in fast allen Regionen Deutschlands.

Auf dem Foto ist ein gelb gefärbter Marienkäfer zu sehen. Bei Marienkäfer ist die Variabilität von Färbung und Zeichnung selbst unter ein und derselben Art so groß das sich eine sichere Bestimmung äußerst schwierig gestaltet.

In den waldnahen Ackerbohnenflächen sind mittlerweile auch noch weitere Weichkäferarten anzutreffen, die ebenfalls auf der Suche nach Blattläusen und kleinen Insekten sind.

Auf den Blättern der Ackerbohnen sind zudem Weichwanzen unterwegs. Bei der auf dem Foto zu sehenden Weichwanze dürfte es sich um eine Gemeine Wiesenwanze (Lygus pratensis) handeln. Beifuß-Weichwanze (Lygus gemellatus) sind dieser Art sehr ähnlich und man muss schon sehr genau hinschauen, um sie voneinander zu unterscheiden. Die meisten Weichwanzenarten ernähren sich von Pflanzensäften und Blütennektar. Die Nahrungsaufnahme geschieht dabei durch Anstechen des Pflanzengewebes und durch Saugen. Die Weibchen der Wiesenwanze legen ihre Eier von Mai bis Juni, wobei sie dazu oft Blütenknospen nutzen, in die sie durch Einstechen ihre Eier ablegen. Ein natürlicher Gegenspieler (Antagonist) der Wiesenwanze ist die Schlupfwespe.  Unter den verschiedenen Weichwanzen Arten gibt es sowohl Nützlinge wie auch Schädlinge. Zu den nützlichen Weichwanzen zählen die räuberisch lebenden Arten.

10. Mai 2017

Der Regen in den zurückliegenden Tagen hat zu einem Entwicklungsschub bei den Ackerbohnen geführt. Auf dem Foto ist die Fläche zu sehen, auf der die Demonstrationsparzellen angelegt sind. Der Bestand zeigt sich bis jetzt sehr homogen. Es sind derzeit keine Unterschiede in den 15 Meter breiten Demoparzellen (15 m Fahrgassensystem) festzustellen, obwohl 5 verschiede Varianten mit aufbereitetem Basissaatgut und schrittweise reduzierter Unterfußdüngung direkt nebeneinander auf dem Schlag angelegt sind.

Zwischen den einzelnen Reihen sind noch relativ viele Strohreste und abgestorbenes Pflanzenmaterial an der Bodenoberfläche zu erkennen.

Die Ackerbohnenpflanzen befinden sich zurzeit im Entwicklungsstadium: BBCH 14-15 (4.-5. Laubblatt entfaltet). Auf den beiden Fotos sind Ackerbohnenpflanzen zu sehen die den bisherigen Entwicklungsstand der Bestände repräsentieren. Den Herbizidstress durch die beiden Behandlung mit Basagran haben die Pflanzen gut überstanden und etwaige Blattverätzungen, hervorgerufen durch Überlappungen am Vorgewende, sind mittlerweile herausgewachsen.

Disteln sind in Ackerbohnen mit Herbiziden als Flächenspritzung direkt nicht bekämpfbar. Eine gezielte Bekämpfung sollte daher bereits in der Getreidevorfrucht (z. B. W.Weizen) erfolgen, wenn im darauf folgenden Jahr Ackerbohnen angebaut werden sollen. Dies gilt in besonderem Maße für Flächen, die in der Vergangenheit bereits mit Distelbesatz aufgefallen sind. In Getreidebeständen lässt sie sich zum richtigen Zeitpunkt kostengünstig und nachhaltig mit einem wuchstoffhaltigen Präparat wie z. B. U46 M-Fluid (MCPA 500 g/l, WK O) 1,50 l/ha bekämpfen. Die Ackerkratzdistel gehört zu den Wurzelunkräutern. Sie ist zugleich eine Pionier- und Zeigerpflanze.
Auf dem Foto ist eine noch junge Ackerkratzdistel im Ackerbohnenbestand zu sehen die durch die zurückliegenden Pflanzenschutzmaßnahmen Blattverfärbungen und Verätzungen aufweist. Solche Pflanzen können sich unter Umständen in Abhängigkeit von ihrer Größe wieder erholen und sterben in der Regel nicht sicher ab. Die einzigen Möglichkeiten der Bekämpfung sind entweder das manuelle Entfernen durch Herausreißen oder eine Einzelpflanzenbekämpfung mit der Rückenspritze.

Mittlerweile sind schon sehr zahlreich Marienkäfer anzutreffen. Überwiegend sind es Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata), die in den Beständen aktiv sind. Blattläuse sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in nennenswerten Populationen anzutreffen, dazu ist es noch zu früh.

Weichkäfer sind in Ackerbohnen von Mai bis Juni sehr häufig und meist in großer Zahl zu beobachten. Bei uns kommt überwiegend der Gemeine Weichkäfer (Cantharis fusca) vor, der sich gut von den anderen Weichkäferarten durch den schwarzen Punkt auf dem vorderen Ende des roten Halsschildes unterscheiden lässt. Die Tiere sitzen meist auf den Pflanzen,wo sie Ausschau nach Blattläusen und anderen kleinen Insekten halten. Auch die Larven des Gemeinen Weichkäfers verzehren Schnecken und kleinere Insekten. Der Gemeine Weichkäfer ist sowohl als Larve wie auch als fertiger Käfer äußerst nützlich und ein gerne gesehener Gast auf Ackerbohnenflächen.

30. April 2017

Bei sonnigem Wetter haben sich die Ackerbohnenbestände gut weiter entwickelt. Nachdem das 3. Laubblatt nun komplett entfaltet ist, beginnen die Pflanzen sich allmählich zu Strecken. Die Blätter sind mittlerweile nicht mehr ganz so fleischig und fest wie in ihrer Anfangsentwicklung, was die Pflanzen aber auch zunehmend empfindlicher für bestimmte Herbizide wie Basagran werden lässt. Aus diesem Grund wurde bereits gestern, am 29.04.2017 die zweite Nachbehandlung gegen Problemunkräuter durchgeführt. 

Basagran Splitting 

2. Behandlung: Basagran (Bentazon 480 g/l, WK C3) 1,00 l/ha + Oleo FC 0,50 l/ha.

Einzelne Pflanzen hatten zu diesem Zeitpunkt bereits eine Wuchshöhe von fast 7 cm erreicht.

 

Durch die zweite Behandlung mit Basagran dürfte das Klettenlabkraut das durch die erste Behandlung nur teilweise geschädigt wurde, ganz ausgeschaltet sein.

 

23. April

Die Masse der Pflanzen in den Ackerbohnenbeständen bilden bereits das 3. Laubblatt aus. Bei weiterhin trockenen Bodenverhältnissen und ausreichendem zeitlichem Abstand zur Ungrasbehandlung muss nun umgehend die Nachbehandlung gegen Problemunkräuter (Klettenlabkraut und Kamille) durchgeführt werden. Die Behandlung erfolgt mit Basagran, im Splittingverfahren.

1. Behandlung: Basagran (Bentazon 480 g/l, WK C3) 1,00 l/ha + Oleo FC 0,50 l/ha

8-10 Tage später

2. Behandlung: Basagran (Bentazon 480 g/l, WK C3) 1,00 l/ha + Oleo FC 0,50 l/ha

Bei der Anwendung von Basagran (Bentazon) ist besondere Vorsicht geboten. Ackerbohnen vertragen den Wirkstoff (Bentazon) am besten nach dem Auflaufen bis 5 cm Wuchshöhe, also wenn die Pflanzen noch klein sind. Die Bestände (besonders bei Saatgutvermehrung) müssen daher unbedingt frühzeitig auf das Vorhandensein von Problemunkräuter hin überprüft werden. Werden diese erst entdeckt, wenn sich die Ackerbohnen bereits im Entwicklungsstadium: BBCH 13-14 (3.-4. Laubblatt entfaltet) befinden, kann das schon zu spät sein. Selbst wenn dann gleich behandelt werden kann, muss 8-10 Tage später die 2. Behandlung erfolgen und die Ackerbohnen wachsen dem optimalen Anwendungstermin davon. Unter normalen Witterungsbedingungen vertragen die Ackerbohne diesen Spritzschock ganz gut. Bei Trockenstress oder starker Sonneneinstrahlung kann das aber schnell zu Verätzungen an den Blättern führen die nur langsam herauswachsen.

Die beste Wirkung erreicht man, wenn die Splitting-Anwendung mit Basagran in den Auflauf der Unkräuter (NAK) erfolgt. Auf dem Foto ist Klettenlabkraut (links im Keimblattstadium und in der Bildmitte nach der Ausbildung des ersten Quirl) zu sehen, das so noch sicher mit erfasst werden kann.

Aber auch größere Unkräuter, die durch die VA-Behandlung zumindest teilweise geschädigt wurden, wie beispielsweise das Ackerstiefmütterchen (Bildmitte unten) werden in der Regel noch ausreichend mit erfasst.

Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich auch gut der Erfolg der Gräserbekämpfung vom 12.04.2017 überprüfen. Die Wirkung kann in Abhängigkeit von Luftfeuchtigkeit und Wärme innerhalb von 10 bis 14 Tagen nach der Spritzung eintreten. Auf dem Foto sind Trespen zu sehen, die bereits deutliche absterbe Symptome aufweisen: Die Pflanzen weisen bereits deutliche Verfärbungen auf und die Herzblätter lassen sich leicht mit zwei Finger herausziehen. Das gleiche gilt auch für Ausfallgetreide, das in Abhängigkeit vom jeweiligen Entwicklungsstadium mit wesentlich geringeren Aufwandsmengen sicher bekämpfbar ist.

12. April 2017

Unabhängig von den trockenen Witterungsverhältnissen der zurückliegenden Tage haben Ungräser und teilweise auch Ausfallgetreide das erforderliche Wachstumsstadium für ihre erfolgreichen Bekämpfung mit einem Kontaktmittel erreicht.

Die Nachauflaufbehandlung gegen Ungräser erfolgt in den meisten Fällen mit: Fusilade Max (Fluazifop-P-butyl 125 g/l, WK A) 1,00 l/ha

Im Randbereich oder auf Teilflächen mit Trespen-Besatz (2,0 l/ha) muss bei Bedarf entsprechend höher dosiert werden. In Ackerbohnen sind auch noch weitere Graminizide zur Ausfallgetreide, Ungräser (Afu, Windh.), Flughafer und Hirsenbekämpfung im Nachauflauf zugelassen, die aber alle der gleichen Wirkstoffklasse (WK A) angehören und somit keine wirkliche Alternative darstellen. Entscheidend für den Wirkungserfolg ist eine gute Formulierung des Präparats, optimale Bedingungen bei der Anwendung, idealerweiße im 3-Blattstadium der Ungräser oder des vorhandenen Ausfallgetreide. Das Wachstumstadium der Ackerbohnen ist für die Behandlung nicht relevant. Erfahrungsgemäß befinden sich die Bestände zum Zeitpunkt der Behandlung meist in BBCH 12 (2. Laubblatt entfaltet). Das Präparat Panarex hat auch eine Zulassung gegen Quecke in Ackerbohnen mit einer Aufwandmenge von 2,25 l/ha.

Die Vorauflaufbehandlung mit Bandur und Stomp Aqua hat zu Blattaufhellungen an einzelnen Ungrasarten und Ausfallgetreide geführt. Diese Teilwirkung gegen Ungräser ist aber für die sichere Kontrolle bei weitem nicht ausreichend.

Nach dem Auflaufen der Ackerbohnen sollten die Bestände auch in regelmäßigen Abständen auf den Besatz mit Blattrandkäfer kontrolliert werden. Flächen in unmittelbarer Nachbarschaft zu anderen Leguminosen, an Waldränder gelegene Flächen und Flächen in sonniger Lage sind hier meist besonders betroffen. Eine Bekämpfung mit einem dafür zugelassenen Pyrethroid sollte erst bei einem Besatz von 5 bis 10 Käfer pro m² durchgeführt werden. Unter Umständen kann auch eine Randbehandlung ausreichend sein. Auch die Kombination mit der Gräserbehandlung ist möglich.

Ackerbohnenpflanzen mit Fraßspuren des Blattrandkäfers, gut zu erkennen an den kleinen bogenförmigen Fraßstellen die von dem Käfer verursacht werden. Den eigentlichen Schaden verursachen allerdings die Larven des Blattrandkäfers, durch das Fressen an den Wurzeln. Aber auch durch den Blattfraß der Käfer können Viruskrankheiten übertragen werden. Blattrandkäfer können bis zu 1.000 Eier/Vegetationsperiode legen.

Klettenlabkraut und Kamille werden durch die Vorauflaufbehandlung mit 2,50 l/ha Bandur (Aclonifen 600 g/l, WK F3) + 2,50 l/ha Stomp Aqua (Pendimethalin 455 g/l, WK K1) nicht immer sicher erfasst. Das liegt vor allem daran das sowohl der Wirkstoff Aclonifen als auch Pendimethalin gegenüber Kamille gewisse Schwächen aufweisen. Bei der Bekämpfung von Klettenlabkraut trägt der Bandur Wirkstoff Aclonifen die größte Last. Pendimethalin hat nur eine Teilwirkung gegenüber Klettenlabkraut. 

Klettenlabkraut kann auch in mehreren Wellen auflaufen. In bestimmten Fällen kann hier nur eine erfolgreiche Kontrolle, durch eine Spritzfolge aus einer VA-Behandlung mit einem Boden-Herbizid (oder eine Kombination von Boden-Herbiziden) und einer NA-Behandlung mit einem Kontaktmittel, das nur über das Blatt wirkt, sichergestellt werden. In Ackerbohnen steht für diesen Fall allerdings nur noch ein einziges NA-Herbizid zur Verfügung und das auch nicht mehr lange. Basagran (Bentazon 480 g/l, WK C3), im Splittingverfahren. Basagran hatte eine Zulassung bis 31.12.2016, zur Zeit besteht für dieses Produkt nur noch eine Aufbrauchfrist bis zum 30.06.2018.

9. April

Die Ackerbohnenbestände sind relativ gleichmäßig aufgelaufen und die Pflanzen haben bereits das erste Blattpaar voll entwickelt. Bei Ackerbohnen zählt immer ein Blattpaar als ein Blatt, anders als bei Rüben oder Raps.

 

Seitlich am Blatt ist ein Rothalsiges Getreidehähnchen (Oulema melanopus) zu sehen. In Ackerbohnenbeständen können sie aber keine Schäden verursachen.

4. April 2017

Unmittelbar nach dem der Spross die Bodenoberfläche durchbrochen hat, beginnt die Blattentwicklung. Ackerbohnen bilden während dem Auflaufen zunächst zwei schuppenförmige Niederblätter aus.

3. April 2017

Auflaufen der Sommerackerbohnen, 18 Tage nach der Aussaat. Die Niederschläge in den zurückliegenden Tagen haben zu einem weiteren Absetzen des Bodens beigetragen. Nach dem Abtrocknen des Bodens, hat das zu leichten Verkrustungen geführt. Unsere Verwitterungsböden neigen aber im Allgemeinen nicht so leicht zum Verschlämmen. Durch den Verbleib von viel organischer Masse aus der Zwischenfrucht und dem Stroh der Vorfrucht an der Bodenoberfläche, kann es ohnehin nicht so leicht dazu kommen.

Ackerbohnen haben zwar einen hohen Keimwasserbedarf, aber im Frühjahr ist in den meisten Jahren ausreichend Niederschlag vorhanden. Mit 6 cm Ablagetiefe haben wir sehr gute Erfahrungen auf unseren Verwitterungsböden gemacht. Ackerbohnen brauchen nicht nur Wasser, sondern auch Luft zum Atmen für eine gute Entwicklung der Wurzelknöllchen. Keimpflanzen können auch Temperaturen von -5° C gut verkraften. Das grobkörnige Saatgut der Ackerbohnen hat meist eine ausgesprochen gute Triebkraft.

21. März 2017

Heute wurde die erste Unkrautbekämpfung im Vorauflauf durchgeführt. Die Unkraut- und Ungrasbekämpfung bei Sommerackerbohnen zur Saatgutvermehrung erfolgt im Betrieb in einer Spritzfolge, die sich in drei Bereiche unterteilen lässt: Eine Vorauflaufbehandlung gegen Unkräuter, eine Nachauflaufbehandlung gegen Ungräser und Ausfallgetreide und bei Bedarf eine Nachbehandlung gegen Problem-Unkräuter.

Die Vorauflaufbehandlung erfolgt mit:

Bandur (Aclonifen 600 g/l, WK F3) 2,50 l/ha + Stomp Aqua (Pendimethalin 455 g/l, WK K1) 2,50 l/ha

WK = Wirkstoffklasse, Klassifizierung von Herbiziden nach Wirkort (HRAC = Herbicide Resistance Action Committee).

Diese beiden Präparate ergänzen sich gut in ihrer Wirkung. Durch den Anteil von Bandur muss die Mischung spätestens 3 Tage nach der Aussaat appliziert werden. Wie bei den meisten Bodenherbiziden ist auch hier eine ausreichende Bodenfeuchte vorteilhaft für eine optimale Wirkung. Eine ausreichend tiefe Saatgutablage (mindestens 5 cm) sollte ebenfalls eingehalten werden, damit es bei stärkeren Regenfällen nicht zu Wirkstoffverlagerungen und Schäden an den Kulturpflanzen kommen kann.

Die beiden Präparate sind natürlich auch für den solo Einsatz mit einer entsprechend höheren Dosierung zugelassen, wobei aber die Wirkungsschwächen der einzelnen Produkte berücksichtigt werden müssen und für eventuell notwendige Nachbehandlungen gegen Unkräuter zur Zeit eigentlich nur noch ein Mittel zur Verfügung steht.

16. März - Aussaat

Bei optimalen Bodenverhältnissen konnte mit der Aussaat der Sommerackerbohne begonnen werden. Die Aussaat erfolgt im einphasige Strip-Till-Verfahren mit kombinierter Unterfußdüngung. Die Drillmaschine ist dazu entsprechend mit einem geteilten Tank und zwei Dosiersystemen für Saatgut und Dünger ausgerüstet.

Nach dem Lockerungszinken folgt ein C-Zinken der mit einem Schnellwechselsystem (Bourgault Serie 200) ausgestattet ist. Anders als bei der Aussaat von Raps und Getreide (180 mm breites Schnell-Wechsel- Flügelschar und Saatinjektor mit zwei Ausläufen), wird bei Ackerbohnen ein nur 80 mm breites Schnell-Wechsel-Löffelschar als Säschar verwendet. Die Saatgutablage erfolgt direkt hinter dem Säschar über einen austauschbaren Saatinjektor, der in diesem Fall nur einen Auslauf hat. Die Tiefenführung erfolgt über zwei Räderpaare, die rechts und links an der Maschine angebracht sind. Über jeweils zwei Spindeln lässt sich so die Saatgutablagetiefe einstellen.

Am Heck der Maschine befindet sich ein doppelter Werkzeugträger, der federnd aufgehängt ist und sich in der Tiefe und im Winkel verstellen lässt. Am ersten Balken des Werkzeugträgers sind Paddel angebracht, die in den Zwischenräumen der Saatreihen arbeiten und die von den Lockerungszinken und Säscharen aufgeworfene Erde wieder einebnen. Am zweiten Balken sind Striegelzinken angebracht die über den Saatreihen arbeiten und so die Feinerde über dem Saatbett nachverteilen. Direkt darüber ist der Vorauflaufmarkierer zusammen mit der Beleuchtung montiert. Bei der Aussaat der Ackerbohnen wird generell mit dem Vorauflaufmarkierer gearbeitet, weil für diese Kultur nur wenige Pflanzenschutzmittel zugelassen sind. In den meisten Fällen sind nur Pflanzenschutzmaßnahmen unter Einbeziehung einer Vorauflaufbehandlung erfolgreich.

Anhand der typischen Strukturierung der Bodenoberfläche lässt sich der Reihenabstand von 33 cm gut erkennen. Das Saatgut wird bei einer Fahrgeschwindigkeit von 12 km/h in einer Tiefe von 6 cm abgelegt. Unterhalb des Saatguts befindet sich das Düngeband aus 181 kg/ha Superphosphat mit 18 % P2O5 und 11 % S, was eine Nährstoffmenge von 33 kg P2O5/ha und 20 kg S/ha ergibt. Somit ist bereits ein großer Teil der von den Ackerbohnen benötigten Menge an Phosphor und Schwefel, in Abhängigkeit des Bodenvorrates und der Ertragserwartung, abgedeckt. Das Düngeband, das zum Großteil aus wasserlöslichem Phosphor besteht und somit leicht pflanzenverfügbar ist, regt zusätzlich die Stickstoffbindung der Knöllchenbakterien an. In Verbindung mit dem ebenfalls in wasserlöslicher Form vorliegenden Schwefel, der unter anderem auch für den Körperaufbau der Knöllchenbakterien von großer Bedeutung ist, wird so die etwas zögerliche Jugendentwicklung der Ackerbohne unterstützt.

Video zur Ackerbohnenaussaat

16. März - Beizen

Mit dem Beizen der Ackerbohnen für die Demonstrationsparzellen wurde unmittelbar vor der Aussaat begonnen, um eine optimale Wirkung zu gewährleisten. Die Dosierung und der Beizvorgang selbst sind sehr einfach: Das Saatgut für 1 ha mit 1 Liter Flüssigkomponente befeuchten und anschließend 1.000 g der Pulverkomponente hinzugeben und mischen. Wir haben zum Beizen einen zuvor gut mit Wasser gereinigten Betonmischer verwendet. Bei laufendem Mischer geben wir dann den für die Saatgutmenge entsprechenden Anteil der Flüssigkomponente hinzu, bis das Saatgut gleichmäßig befeuchtet ist. Anschließen kommt der entsprechende Anteil der Pulverkomponente dazu. Der Mischer läuft solange weiter, bis auch das Pulver gleichmäßig am Saatgut verteilt ist. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass die Pulverkomponente sehr gut am Saatgut anhaftet und nicht zum Verkleben des Saatguts führt. Ein kurzes Ablüften des Saatguts nach dem Beizvorgang, beispielsweise in den Papiersäcken, ist ausreichend, um es ohne Probleme auch in einer pneumatischen Drillmaschine verwenden zu können.

15. März 2017

In diesem Jahr werden auf einem Teil der Ackerbohnenanbaufläche Demonstrationsparzellen angelegt. Hierbei wird die betriebsübliche Anbauvariante: (Sorte: Fanfare, Basissaatgut, ungebeizt; keimfähige Körner: 40 pro m2; Unterfußdüngung: Superphosphat mit 18 % Phosphor und 11% Schwefel), in 5 Varianten mit aufbereitetem Basissaatgut und schrittweise reduzierter Unterfußdüngung verglichen. Die einzelnen Varianten werden in 15 Meter breiten Parzellen (15 m Fahrgassensystem) über die gesamte Schlaglänge angelegt, mit einer einfachen Wiederholung auf der angrenzenden Fläche.

Das zur Saatgutaufbereitung verwendete Präparat, wurde speziell zu Testzwecke für diesen Vergleich von der Firma Wilhelms GmbH hergestellt. Dabei handelt es sich um eine Beizformulierung mit der Produktbezeichnung Wilhelms Best Ackerbohne die aus einer Pulver- und Flüssigkomponente besteht. Die beiden Komponenten zusammen enthalten kulturartspezifische Mykorrhizapilze, Rhizobien und Bakterien die für das Pflanzenwachstum und die Pflanzengesundheit förderlich sind.

 

Durch die richtige Kombination von Mykorrhizapilzen, Rhizobien und verschiedenen weiteren Mikroorganismen in einer hierfür geeigneten Formulierung, in der diese auch bis zur Einbringung in den Boden mit dem Saatgut überlebensfähig bleiben, kann das Wasser und Nährstoffaneignungsvermögen der Pflanzen entscheidend verbessert werden. Daraus wiederum resultieren widerstandsfähigere Pflanzen mit höherer Trockenstresstoleranz. Die im Boden bereits vorhandenen Nährstoffe können so besser für die Pflanzen erschließbar werden. Dadurch kann gegebenenfalls die Düngung reduziert werden, weil die Nährstoffe effizienter genutzt werden.

Wenn mit Produkten die aus lebenden Mikroorganismen bestehen gearbeitet wird, ist besondere Sorgfalt geboten. Herstellerangaben bezüglich Lagerung, Lagerdauer und Anwendung müssen genau eingehalten werden, damit die Anwendung später auch erfolgreich ist. Bei der verwendeten Beizformulierung ist eine möglichst kurze Lagerdauer im eigenen Betrieb bis zur Anwendung vorteilhaft. Die Lagerung sollte in den dafür geeigneten Räumlichkeiten bei einer Lagertemperatur von ca. 8 -10 °C stattfinden.

13. März 2017

Nach Ablauf der ersten März Dekade wurde das Wetter zunehmend besser, sodass die Ackerböden zügig abtrocknen konnten. Ab dem 13. März konnte bei idealen Bodenverhältnissen der zweite Arbeitsgang mit dem Flügelschargrubber durchgeführt werden. Auch beim zweiten Arbeitsgang wird 30° schräg, aber entgegengesetzt schräg zum ersten Arbeitsgang gefahren. Die Fahrgeschwindigkeit bei der Bearbeitung beträgt 15 km/h. Die sonnigen und trockenen Witterungsverhältnisse sind sehr hilfreich bei der Arbeit mit dem Grubber. Der durch die Flügelschare abgeschnittene Aufwuchs trocknet an der Oberfläche unter Einwirkung der Sonne gut ab. Auch Pflanzenwurzeln die durch den zweiten Arbeitsgang mit dem Grubber wieder an die Bodenoberfläche gelangen, trocken dabei aus. Sie können so nicht wieder anwachsen, wenn der Regen erneut einsetzt.

10. Februar 2017

Vor der Aussaat der Ackerbohnen im Frühjahr werden die Flächen in zwei Arbeitsgängen mit dem Flügelschargrubber bearbeitet. Der erste Arbeitsgang wird im zeitigen Frühjahr bei geeigneten Bodenverhältnissen oder leichtem Frost durchgeführt und dient in erster Linie zur Beseitigung der nicht immer sicher abfrierenden Zwischenfrucht. Das teilweise noch vorhandene Ausfallgetreide und Unkräuter werden dabei gleich mit beseitigt. Der zweite Arbeitsgang wird kurz vor der Aussaat durchgeführt. Bei beiden Arbeitsgängen lege ich besonders Wert auf eine nur sehr flache Bearbeitung des Bodens, um die Struktur und den kapillaren Anschluß an den Unterboden weitestgehend zu erhalten. Die Scharflügel arbeiten dabei meist in eine Tiefe von 5 cm, um ein gutes Arbeitsergebnis zu erreichen und die Scharspitzen je nach Verschleiß etwas tiefer.

31. Dezember 2016

Ab Ende Dezember ändert sich die Wetterlage. Mit niedrigen Temperaturen und zunächst leichtem Frost kommt der Winter auch in Südhessen an. Ein kalter Winter mit frostigen Temperaturen wirkt sich prinzipiell positiv auf Boden und Pflanzen aus, wenn er nicht zu abrupt mit extremen Temperaturstürzen beginnt.

Für das vor den Sommer-Ackerbohnen angebaute abfrierende Zwischenfruchtgemenge ist Kahlfrost vorteilhaft, damit diese bis spätestens gegen Ende des Winters sicher abfriert.

Die Insekten, sowohl Schädlinge wie auch Nützlinge, können sich generell sehr gut an kalte Winter anpassen. Richtig kalte Winter, die wir leider schon lange nicht mehr hatten, können Läusen und verschiedene andere Insekten nur in Form ihrer Eier, die sie im Herbst an geschützten Stellen abgelegt haben, überdauern. In Anbetracht der Virusproblematik 2016 bei Ackerbohnen und Erbsen, wäre ein harter Winter wünschenswert. Denn die mit den verschiedenen Virustypen beladenen und für die Übertragung relevanten Läusearten würden den Winter nicht in dem für die Übertragung erforderlichen Entwicklungsstadium (als infizierte Blattlaus) überstehen. Das heißt, die aus den Eiern geschlüpften Läuse müssten sich dann erst wieder durch ihre Saugtätigkeit an infizierten Pflanzen im Frühjahr selbst infizieren, um die Viren an Ackerbohnen übertragen zu können.

Auch vor dem Hintergrund der Mäusepopulation, die sich im trockenen Spätsommer und Herbst 2016 wieder leicht erholt hat, ist ein kalter Winter mit Nässe und Wechselfrost ideal, um den Bestand in Schach zu halten.

30. Oktober 2016

Ackerschnecken finden in den Zwischenfruchtbeständen ideale Lebensbedingungen mit einem reichhaltigen Nahrungsangebot. Die feuchte Streuschicht aus gehäckseltem Weizenstroh und die Zwischenfrucht bietet den Schnecken Schutz vor Sonneneinstrahlung am Tage. Direkte oder gar größere Schäden können die Schnecken in gut entwickelten Zwischenfruchtbeständen in der Regel nicht anrichten.

Der Besatz und die Populationsdichte von Ackerschnecken und deren Artenzusammensetzung ist von vielen Faktoren abhängig. Das Klima, die Fruchtfolge, die Bodenbearbeitung und das im jeweiligen Betrieb praktizierte Ackerbausystem haben hier großen Einfluss mit entsprechenden Schwankungen, je nach Witterungsverlauf der einzelnen Jahre. Mit einer entsprechend angepassten Fuchtfolge schafft man die Grundvoraussetzungen, um nachhaltig gegen Ackerschnecken vorgehen zu können. Vor der Aussaat von Ackerbohnen bestehen auch sehr gute Möglichkeiten zur Schneckenbekämpfung durch eine Frostbearbeitung. Dabei wird die bereits abgefrorene Zwischenfrucht bei gefrorenem Boden flach (5 cm tief) mit einem Flügelschargrubber bearbeitet. Durch die Einwirkung von Frost (mindestens -3,5°C) kann so vor allem wirkungsvoll gegen die genetzte Ackerschnecke und deren Gelege vorgegangen werden.

Zu den natürlichen Fressfeinden der Schnecken gehören viele Arten wie z. B. Goldlaufkäfer, Nematoden, die Bakterien in die Schnecken eintragen können, Hornfliegen als Parasiten, Igel, Reptilien und viele Vogelarten. Laufkäfer der Gattung Carabus, wie zum Beispiel der Goldlaufkäfer, werden durch den dauerhaften Pflugverzicht besonders stark gefördert und gelten als potentielle Fressfeinde von Ackerschnecken.

23. Oktober 2016

Im Herbst bei feuchter Witterung ist bereits eine sehr hohe Aktivität der Bodenmikroorganismen im oberen Bodenbereich festzustellen. Es sind besonders viele Regenwürmer anzutreffen, die sich den Sommer über bei trockenen Verhältnissen meist in tieferen Bodenschichten aufgehalten haben. Eine gut ausgebildete Streuschicht auf Ackerböden führt langfristig zum Anstieg der nützlichen Bodenorganismen. Natürlich haben hier auch die Bodeneigenschaften und der Standort einen großen Einfluss und im besonderem Maße der Säuregrad des Bodens. Weil im Odenwald überwiegend Verwitterungsböden vorherrschen, die ohnehin zur Versauerung neigen, muss man auch aus diesem Grund auf den Erhalt des optimalen pH-Werts achten.

21. Oktober 2016

Begünstigt durch die trockene Witterung im Spätsommer und Herbst war vereinzelt ein Anstieg der Mäusepopulationen auf den Ackerflächen festzustellen. Zwischenfruchtbestände bieten den Nagern ein reichhaltiges Nahrungsangebot und dienen als Deckung vor Fressfeinden. Auf dem Foto ist ein typischer Fraßschaden von Feldmäusen in einem Zwischenfruchtbestand zu sehen. Rings um den Eingang des unterirdischen Gangsystems der Mäuse ist die Zwischenfrucht mehr oder weniger komplett abgefressen.

Auf Ackerflächen mit reduzierter Bodenbearbeitung muss langfristig mit einem höheren Besatz an Feldmäusen gerechnet werden. Es empfiehlt sich, rechtzeitig und konsequent geeignete Maßnahmen zur Förderung aller natürlichen Fressfeinde der Mäuse zu ergreifen. Wirksam sind beispielsweise bereits das Aufstellen von Sitzkrücken für Greifvögel und das Abmähen der Feldränder um die bewirtschafteten Ackerflächen herum.

20. Oktober 2016

Mittlerweile ist die Zwischenfruchtmischung zu einem gleichmäßigen Bestand herangewachsen. Die wesentliche Aufgabe des Zwischenfruchtanbaus vor Sommerackerbohnen ist die Bindung der im Boden noch vorhandenen leicht löslichen Nährstoffe aus der Vorfrucht Winter-Weizen. Die Nährstoffe aus ober- und unterirdische Biomasse sind dann weniger gefährdet für Auswaschungen.

Weitere Aufgaben sind die Verbesserung der Bodenstruktur durch Bodenbedeckung und damit verbundener Erzeugung einer Schattengare sowie eine intensive Durchwurzelung der oberen Bodenschichten. Der Boden wird so mit leicht abbaubarer organischer Substanz versorgt, die zur Erhöhung der biologischen Aktivität und zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und Bodengesundheit führt. Die Begrünung der Flächen in unterschiedlichen Hanglagen über den Winter hinweg hilft somit auch sehr wirkungsvoll, Bodenerosion zu vermeiden.

Das abfrierende Zwischenfruchtgemenge (ZF) ist in seiner Zusammensetzung auf die betriebliche Fruchtfolge abgestimmt. Es enthält keine Kreuzblütler oder Leguminosen, weil diese bereits als Hauptfrüchte in Reinsaat angebaut werden. Ein zusätzlicher Anteil dieser Arten in der ZF-Mischung wäre aus phytosanitärer Sicht äußerst kritisch.

16. Oktober 2016

Die Zwischenfruchtbestände konnten sich bis Anfang Oktober nur langsam entwickeln, weil es nach der Aussaat sehr trocken war. Nach den ersehnten Regenschauern nahm das Wachstum dann aber zu. Man kann anhand der Bodenoberfläche sehr gut den Wechsel zwischen unbearbeitetem Boden mit viel Strohauflage und den Drillreihen mit bearbeitetem Boden erkennen. Die Mischung „Terra Life Aquapro“ besteht aus den Kulturen: Buchweizen, Öllein, Phacelia, Kr-Ramtillkraut, Rauhafer, Färberdistel, Sonnenblumen und Sudangras. Bei richtiger Auswahl und dem entsprechenden Mengenverhältnis der einzelnen Komponenten zueinander, ergänzen sich die enthaltenen Pflanzen in ihren Ansprüchen sehr gut.

14. September 2016

Die Aussaat der Zwischenfrucht erfolgte in diesem Jahr erst sehr spät, weil auf einzelnen Ackerflächen zuvor noch Wurzelunkräuter bekämpft werden mussten. Deshalb reduziert Rauth die Unterfußdüngung von 40 kg N/ha auf 30 kg N/ha. Die N-Düngung soll hier nicht den N-Bedarf der Zwischenfrucht decken, sondern lediglich die Jugendentwicklung der Pflanzen bis zur Bildung eines geschlossenen Zwischenfruchtbestands unterstützen und beschleunigen. Die Applikation des N-Düngers als Unterfußdüngung hat gegenüber einer flächigen Ausbringung mit einem Mineraldüngerstreuer viele Vorteile: Beispielsweise ist die Nährstoffeffizienz besser, weil der Dünger im Boden in räumlicher Nähe zu den später heranwachsenden Pflanzen abgelegt wird. Eine Flächendüngung würde in erster Linie nur die Strohrotte beschleunigen, was nicht das Ziel dieser Maßnahme ist.

13. September 2016

Vor der Aussaat der Sommerackerbohnen im Frühjahr werden die Flächen nach der Weizenernte mit einer abfrierenden Zwischenfruchtmischung bestellt. Die Aussaat der Zwischenfrucht erfolgt 30° schräg zur Hauptarbeitsrichtung und wird mit einer Unterfußdüngung durchgeführt.

Die Eckdaten zur Saat:
Ausbringungsmenge: 25,00 kg/ha
Saatgutablagetiefe: 1,5-2,0 cm
Lockerungszinken 1. Bohrung,
Bearbeitungstiefe: 8 cm
Fahrgeschwindigkeit: 12 km/h
Unterfußdüngung: Kalkammonsalpeter  (27 % N)110 kg/ha =30 kg N/ha.

17. August 2016

Nach der Arbeit mit dem Strohstriegel. Wenn Nebenernteprodukte wie beispielsweise Getreidestroh an der Bodenoberfläche bleiben, trägt das langfristig zu einer Strukturverbesserung und Humusanreicherung des Bodens bei. Allerdings sollte die Produktionstechnik auf ein solches System abgestimmt sein. Das schonende Einarbeiten von Stroh in den Boden führt zu größerer Aggregatstabilität, einer größeren Regenwurmpopulation und größerer Bodenporosität und Wasserdurchlässigkeit.

Ein tieferes Einarbeiten, beispielsweise mit einem Pflug, kann unter Umständen zur Bildung von Störschichten führen. Im schlimmsten Fall könnten die das Wurzelwachstum der Kulturpflanzen negativ beeinflussen und den kapillaren Aufstieg von Bodenwasser gefährden.

16. August 2016

Das Stroh wird bei der Ernte mit dem Mähdrescher grundsätzlich gehäckselt und verbleibt somit immer auf dem Feld. Die Stoppelbearbeitung erfolgt bei geeigneten Witterungsverhältnissen so früh wie möglich nach der Ernte mit einem Strohstriegel. Bei einer Arbeitsbreite von 6,20 Metern und einer Geschwindigkeit von 15-18 km/h sind hier ausreichend hohe Flächenleistungen bei einem sehr geringen Kraftstoffverbrauch zu erzielen. Die Flächen werden dabei grundsätzlich 30° schräg zur Hauptarbeitsrichtung bearbeitet, was zu einer Nachverteilung des Strohs führt. Durch die sehr flache Bearbeitung wird die Bodenoberfläche von den Striegelzinken nur angekratzt. In Verbindung mit der relativ hohen Arbeitsgeschwindigkeit wird das Stroh zum Teil aufgesplissen und eingestäubt, was die Strohrotte fördert. Somit erfolgt die Bodenbearbeitung sehr schonend in Form einer Mikrobodenbearbeitung, bei der nur eine ganz dünne Schicht Feinerde erzeugt wird. Dadurch werden nicht nur das Ausfallgetreide und die Unkräuter, sondern im besonderen Maße Lichtkeimer wie Trespe und Ackerfuchsschwanz zum raschen Keimen angeregt. Eine optimale Arbeitsqualität erzielt man bei trockenen und sonnigen Witterungsverhältnissen.

11. August 2016

Ein Lohnunternehmer erntete die Vorfrucht Winterweizen. Frühsommer und Sommer waren 2016 einfach zu nass, sodass die Weizenbestände nur selten richtig abtrocknen konnten. Auch an ausreichender Sonneneinstrahlung zum richtigen Zeitpunkt fehlte es in diesem Jahr. Das führte dazu, dass der Weizen sein Ertragspotenzial letztendlich nicht ausschöpfen konnte.

 

Alle Fotos: Ulrich Rauth

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